Robert Charles Wilson – Quarantäne

By netzbuerger

Gleich vorausgeschickt: bisher hat mich noch kein Buch von Robert Charles Wilson überzeugt. „Quarantäne„, im Original „Blind Lake“, auch nicht. Der Kardinalfehler, den ein SF-Buch einfach nicht haben darf: langweilig. Aber von vorn: in einer nicht allzu fernen Zukunft reist eine Gruppe von drei Journalisten zu einem der berühmtesten Forschungszentren der Erde. Dort ist es gelungen, mittels sich selbst weiterentwickelnder Technologie eine Art Superteleskop zu bauen und damit auf einem weit entfernten Planeten fremde Intelligenzen zu beobachten. Kurz nach dem Eintreffen der Gruppe wird die Forschungseinrichtung unerwartet von der Aussenwelt isoliert – nur noch Lebensmittel treffen in automatisch gesteuerten LKWs ein. Telefon- und Datenverkehr, Ein- und Ausreise werden mit drastischen Mitteln von außen unterbunden, von Menschen wohlgemerkt, nicht von Aliens. Der Klappentext der deutschen Ausgabe weckt den Eindruck, als handele der Roman davon, dass die Aliens sich gegen das Beobachtet-Werden wehren, das ist aber falsch. Der Roman beschreibt in weiten Teilen die Beziehungen zwischen Tess, einem 12-jährigen Mädchen, ihrer Mutter und ihrem Vater (geschieden) sowie dem Journalisten Chris. Die Personen sind zwar nicht unsympathisch, aber die Charaktere wirken holzschnittartig, ihre Entwicklung allzu absehbar. Vieles, besonders die rätselhafte Beziehung von Tess zu der die Aliens beobachtenden Maschinerie wird nicht überzeugend abgeleitet.  Lediglich der Schluss bringt dann wieder leidlich Spannung, mehr SF-Feeling und auch ein nettes Happy End. Die Entwicklung im Hauptteil jedoch ist schlicht viel zu lang und ohne jeden Reiz. Insgesamt ein annehmbares, aber nicht wirklich überzeugendes oder gar empfehlenswertes Buch.

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